8. April 2023

Ein Schritt nach dem anderen: Erfolgreiche Reha bei Außenbandverletzung im Knie

Als Physiotherapeut mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung von Knieverletzungen habe ich aus erster Hand erlebt, welche Auswirkungen Außenbandverletzungen im Knie auf die Leistung und Lebensqualität eines Sportlers haben.

Diese Verletzungen reichen von leichten Verstauchungen bis hin zu schweren Rissen. Sie werden durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht, einschließlich plötzlicher Traumata oder Überlastung.

Eine der häufigsten Ursachen für Außenbandverletzungen im Knie sind sportliche Aktivitäten.
Sportler, die Sportarten betreiben, bei denen es zu plötzlichen Stopps, Starts und Richtungswechseln kommt, wie z. B. Fußball, Basketball und Handball, haben ein höheres Risiko, sich eine Knieverletzung zuzuziehen.

Knieaußenbandverletzungen sind schmerzhaft und einschränkend, da die Bänder im Knie für die Stabilität des Gelenks verantwortlich sind.
Zu den Symptomen einer Außenbandverletzung im Knie gehören Schmerzen, Schwellungen, Instabilität und eingeschränkte Beweglichkeit.

Die Knieaußenbänder - insbesondere das laterale Kollateralband (LCL) und das mediale Kollateralband (MCL) - spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Stabilität dieses wichtigen Gelenks und ermöglichen gleichzeitig die Bewegungsfreiheit. Diese Bänder verhindern übermäßige Seitwärtsbewegungen und gewährleisten eine reibungslose und koordinierte Beugung und Streckung.

Leider sind sie anfällig für Verletzungen durch verschiedene Mechanismen wie direkte Traumata oder übermäßige Drehbewegungen.
Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen, Symptomen, Diagnosemethoden und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen, die unter Knieaußenbandverletzungen leiden.

Bleiben Sie dran für den nächsten Abschnitt, in dem wir uns näher mit den Ursachen von Außenbandverletzungen und deren Vorbeugung befassen werden.

Außenbänder des Kniegelenks - Seit- und Rückansicht - Außenbandverletzung im Knie

Welche Funktion hat das äußere Band des Knies?


Das Außenband des Kniegelenks, das auch als äußeres Seitenband bezeichnet wird, spielt eine entscheidende Rolle beim Erhalt der Stabilität und der Verhinderung übermäßiger seitlicher Bewegungen des Knies.

Dieses Band verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Wadenbein und sorgt dafür, dass das Knie reibungslos gebeugt und gestreckt werden kann. Unerwünschte Seitwärtsbewegungen, die zu Verletzungen oder Überlastungen führen, werden eingeschränkt.

Die Flexibilität und Elastizität des äußeren Seitenbandes trägt dazu bei, dass das Knie bei verschiedenen körperlichen Aktivitäten wirksam vor möglichen Schäden geschützt wird.

Im Gegensatz zum Innenband ist das Außenband deutlich dünner und nicht mit der Kniegelenkkapsel oder dem Außenmeniskus verbunden. Stattdessen verläuft es unabhängig vom Oberschenkelknochen zum Wadenbein. Diese Anordnung ermöglicht eine größere Flexibilität des lateralen Meniskus, wodurch er im Vergleich zum Innenmeniskus weniger anfällig für Risse ist.

Ursachen von Verletzungen der Knieaußenbänder

Ausgehend von den wesentlichen Funktionen des Außenbandes des Knies wird deutlich, dass die Aufrechterhaltung seiner Integrität für die Gesamtstabilität und Mobilität des Gelenks entscheidend ist.
Verletzungen der Kollateralbänder können aufgrund verschiedener Faktoren auftreten, die sich in traumatische und nicht-traumatische Vorgänge einteilen lassen.

Traumatische Ursachen sind plötzliche Drehbewegungen oder Unfälle, die das Kniegelenk in eine abnormale Position zwingen und zu einer Überdehnung oder einem Riss der Bänder führen.
Bei den nichttraumatischen Ursachen handelt es sich hingegen um eine Überbeanspruchung oder Überlastung des Außenbandes, die zu einem teilweisen oder vollständigen Riss führen.
Die Kenntnis und das Verständnis dieser ursächlichen Faktoren tragen wesentlich zur Vorbeugung von Verletzungen und zur Erhaltung der Bewegungsfreiheit des Einzelnen ohne Schmerzen und Einschränkungen bei.

Symptome bei einer Außenbandverletzung im Knie


Nach einer solchen Verletzung berichten Betroffene häufig über unvermittelt aufkommenden Schmerz im Knie, der sich auf die Außenseite des Kniegelenks beschränkt.
Diese Empfindung kann von einem reißenden Gefühl begleitet sein, was auf eine Schädigung der Bandfasern oder Teilrisse innerhalb der Struktur hinweist.

Des Weiteren treten Schwellungen im betroffenen Bereich auf, was die Beschwerden noch verstärkt und die Bewegungsfreiheit einschränkt.

Was die funktionellen Auswirkungen betrifft, so führen diese Verletzungen zu Instabilitäten. Diese verursachen Schwierigkeiten bei der Ausübung alltäglicher Tätigkeiten, die Stabilität im Knie erfordern.

Bewegungseinschränkungen sind bei Personen mit verletzten Knieaußenbändern keine Seltenheit und beeinträchtigen die allgemeine Mobilität und das Freiheitsempfinden.
In einigen Fällen kommt es an der Stelle, an der Teile des Seitenbandes gerissen sind, zu Blutergüssen.

Diagnose einer Verletzung des äußeren Seitenbandes

Nachdem wir die Symptome von Knieaußenbandverletzungen erörtert haben, schauen wir, wie diese Verletzungen genau diagnostiziert werden.

Der erste Schritt bei der Diagnose einer Verletzung des Knieaußenbandes besteht in einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung sowie in der Klärung des Unfallhergangs.

Die Diagnose einer Verletzung des Knieaußenbandes ist wichtig, da sie unbehandelt schwerwiegende Folgen für die Mobilität des Patienten haben kann. Um eine solche Verletzung genau zu diagnostizieren, erfolgt eine gründliche klinische Untersuchung, bei der die Stabilität der seitlichen Bänder in Streckung und leichter Beugung von 30° getestet wird.

Dieses Verfahren wird als Aufklapp- oder Varusstresstest bezeichnet und dient dazu, den Schweregrad der Instabilität zu bestimmen.

Die Ergebnisse des Aufklapptests werden in drei Grade eingeteilt.

Eine Instabilität vom Grad I bedeutet eine leichte Instabilität mit einer Verschiebung von weniger als 5 mm.
Eine Instabilität des Grades II wird als mäßig eingestuft, mit einer Verschiebungsmöglichkeit zwischen 5 und 10 mm, während eine Einstufung in den Grad III als schwerwiegend angesehen wird. Die Aufklappbarkeit beträgt hier mehr als 10 mm.

  • Grad I: < 5 mm leichte Instabilität (Zerrung)
  • Grad II: 5–10 mm mittlere Instabilität (Teilriss des Seitenbandes)
  • Grad III: > 10 mm schwere Instabilität (Ruptur des Außenbandes)

Diese Informationen helfen den medizinischen Fachkräften, den Schweregrad der Verletzung zu bestimmen und einen geeigneten Behandlungsplan zu entwickeln.

Zusätzlich zu einer umfassenden klinischen Beurteilung werden radiologische Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen und Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.
Sie geben näheren Aufschluss über das Ausmaß der Schädigung der Bänder. Zudem zeigen sich Schäden der umliegenden Strukturen.

Diese Diagnosemethoden sind angezeigt, um Begleitverletzungen wie Meniskusrisse oder Knorpelschäden zu erkennen.

Durch eine genaue Diagnose und ein rasches Eingreifen werden Menschen mit Knieaußenbandverletzungen ihre Bewegungsfreiheit wiedererlangen. Das Ziel muss es sein frühestmöglich zu einem aktiven Lebensstil zurückkehren.

Behandlung einer Außenbandverletzung des Knies

Kühlen und schonen ist ein Behandlungsansatz für eine Verletzung am Außenband des Knies, bei dem die Aktivität im verletzten Sektor reduziert und kalte Kompressen angelegt werden, um Schwellungen und Beschwerden zu verringern.
Häufig werden entzündungshemmende Medikamente verschrieben, um die mit einer Außenbandverletzung des Knies verbundenen Entzündungen und Schmerzen zu lindern.
Eine chirurgische Therapie ist bei einer Außenbandverletzung des Kniegelenks manchmal notwendig. In Betracht kommt hierbei ein vollständiger Riss oder wenn die Verletzung nicht auf konservative Behandlungen anspricht.

Kühlung und Schonung

Diese erste Phase der konservativen Therapie zielt darauf ab, Entzündungen und Schmerzen zu lindern und gleichzeitig den verletzten Bereich vor weiteren Schäden zu schützen.
Indem man mehrmals täglich 15-20 Minuten lang Kühlpackungen auf das betroffene Knie legt, reduziert man Schwellungen wirksam und Schmerzen werden gemindert.
Gleichzeitig hilft es, das verletzte Knie zu schonen, während man belastende Aktivitäten vermeidet und es in erhöhter Position ruhen lässt, um eine weitere Beanspruchung der geschädigten Bänder zu verhindern.
Die Integration dieser wesentlichen Schritte in jeden Behandlungsplan ermöglicht es Menschen mit Außenbandverletzungen im Knie, allmählich wieder Stabilität zu erlangen und ihren aktiven Lebensstil ohne unnötige Einschränkungen aufs Neue aufzunehmen.

Physiotherapie bei Außenbandverletzung im Knie

Zunächst geht es darum, die reflexartigen Muskelverspannungen zu lösen, die die Beweglichkeit reaktiv einschränken. Sobald die Balance wiederhergestellt ist, geht es darum, die umliegenden Muskeln zu stärken, die Koordination zu verbessern und das Gelenk mit einer muskulären Manschette zu sichern.
Alle Übungen müssen in physiologischer Beinachse durchgeführt werden, um eine Überlastung des Bandapparats zu vermeiden und einen reibungslosen Übergang zu einem stabilen Knie zu gewährleisten.

  • In der Anfangsphase stehen Mobilisationsübungen im Vordergrund, die schmerzangepasst eingesetzt werden:
  • Radfahren bietet ein hervorragendes Mittel zur Mobilisierung und kräftigt gleichzeitig die Oberschenkelmuskulatur.
  • Im weiteren Verlauf stehen Übungen in der geschlossenen Kette auf dem Therapieplan. Der Patient steht auf einem Bein und balanciert das Gewicht seines Körpers.
  • Man beginnt mit Einbeinstand bei leicht gebeugtem Knie; Ziel ist es 1 Minute das Gleichgewicht zu halten.
  • Instabile Untergründe wie Balancepads und Therapiekreisel stellen eine zusätzliche Herausforderung dar.

Mit der Steigerung der Übungen und der Stärkung des Kniegelenks wird die Stabilität und Beweglichkeit zunehmend verbessert.

Entzündungshemmende Medikamente

In Verbindung mit Kühlung und Schonung spielt die Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten eine weitere Rolle bei der Behandlung von Knieaußenbandverletzungen.
Diese Medikamente, wie z. B. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs), wirken antiphlogistisch und schmerzlindernd, wodurch der Heilungsprozess erleichtert wird und die Patienten ihre Beweglichkeit schneller wiedererlangen.
Durch die wirksame Behandlung von Beschwerden und Schwellungen sind die Betroffenen außerdem besser in der Lage, an den nachfolgenden Phasen der konservativen Therapie teilzunehmen, einschließlich Physiotherapie und allmählicher Übungen zur Gewichtsbelastung.
Die Einbindung von entzündungshemmenden Medikamenten in einen umfassenden Behandlungsplan fördert nicht nur die körperliche Genesung, sondern auch das Gefühl von Freiheit und Selbstständigkeit für Betroffene von Knieaußenbandverletzungen.

Chirurgische Therapie

In bestimmten Fällen von Außenbandverletzungen des Knies ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. um eine optimale Heilung zu ermöglichen und die Stabilität des Gelenks wiederherzustellen.
Dies gilt insbesondere dann, wenn weitere Kniestrukturen, wie z. B. die Kreuzbänder, ebenfalls geschädigt sind.
Die operative Therapie dient dazu, die betroffenen Bänder zu reparieren und zu rekonstruieren, so dass die Patienten letztlich ihren vollen Bewegungsumfang wiedererlangen und ihre normalen Aktivitäten ohne Einschränkungen wieder aufnehmen können.
Durch eine umfassende chirurgische Behandlung dieser komplexen Verletzungen können die Betroffenen ein neues Gefühl von Autonomie und Freiheit in ihrem täglichen Leben erleben, ohne durch Schmerzen oder Mobilitätseinschränkungen belastet zu sein.
Daher spielt die chirurgische Therapie eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Knie-Außenbandverletzungen für diejenigen, die mehr als nur konservative Ansätze benötigen.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Außenbandverletzung im Knie erhebliche Auswirkungen auf die Fähigkeit des Einzelnen haben, an körperlichen Aktivitäten teilzunehmen und seine allgemeine Lebensqualität zu erhalten.
Diese Verletzungen sind vorwiegend auf sportliche Ereignisse oder Unfälle zurückzuführen und äußern sich häufig durch Symptome wie Schwellungen, Schmerzen, Instabilität und eingeschränkte Mobilität.

Die richtige Diagnose ist entscheidend für die Festlegung der am besten geeigneten Behandlungsmethode, die von konservativen Verfahren bis hin zu chirurgischen Eingriffen reichen kann.

Insgesamt kann man gar nicht genug betonen, wie wichtig es ist, die Funktionalität und die potenziellen Schwachstellen der Knieaußenbänder zu kennen. Die Kenntnis der Ursachen und Symptome, die mit diesen Verletzungen einhergehen, ist für eine frühzeitige Erkennung und den sofortigen Beginn der Behandlung von entscheidender Bedeutung.
Durch eine Kombination aus geeigneten Diagnosetechniken und evidenzbasierten Behandlungsstrategien werden Personen, die an Knieaußenbandverletzungen leiden, bessere Ergebnisse erzielen und ihre täglichen Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Komplikationen wieder aufnehmen.

Artikel verfasst von Ralf
Ralf ist Physiotherapeut mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Schon früh hat er sich für orthopädische und chirurgische Nachbehandlungen interessiert. Über einen Zeitraum von 10 Jahren hat er Nicolas Kiefer auf der ATP-Tour begleitet und dabei alle großen Tennisstadien auf 4 Kontinenten bereist.

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